Call for Papers: Rap & Geschlecht II

Welche Formen von Weiblichkeit, Männlichkeit sowie queeren und nicht-binären Geschlechtlichkeiten werden im gegenwärtigen Rap hervorgebracht und ausgehandelt? Wie werden Geschlecht, Sexualität und Begehren über Körper, Stimme, Sprache, Sound, Mode oder visuelle Ästhetiken performativ hergestellt? Welche Kontinuitäten und Brüche zeigen sich in hegemonialen Männlichkeitsentwürfen, (queer-)feministischen Positionierungen oder Formen der Selbstermächtigung? Welche Bedeutung gewinnen dabei etwa Care, Vaterschaft, Emotionalität, Sexpositivität oder sexualisierte Selbstinszenierungen?

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Rap & Geschlecht II versteht sich als Nachfolge des Sammelbandes “Rap & Geschlecht. Inszenierungen von Geschlecht in Deutschlands beliebtester Musikkultur”, der 2021 in der Reihe “HipHop Studies” bei Beltz Juventa erschien (Süß 2021). Der Band stellte den Versuch dar, die zuvor über unterschiedliche Publikationskontexte verstreuten Perspektiven der inter- und transdisziplinären deutschen HipHop Gender Studies systematisch zu versammeln. Bereits 2021 bildete eine intersektionale Betrachtungsweise eine wichtige Klammer der Beiträge, die sich unter anderem Weiblichkeits- und Männlichkeitskonstruktionen, Empowerment, transnationalen Perspektiven und pädagogischer Praxis widmeten. Hier geht’s zum Call von Rap & Geschlecht 2.

BIPR X Bertelsmann Stiftung

Wirtschaftspolitische Themen wie Erfolg, Geld, Arbeit, Herkunft, Konsum, Unsicherheit und Zukunft sind seit Jahren Konstanten gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und Konflikte. Diesen Themen und ihren Aushandlungen im deutschsprachigen Rap – als einflussreichster Musikkultur und relevanter Diskursarena für junge Menschen und juvenile Erwachsene – nachzugehen, ist Anliegen des neuen Forschungsprojektes „Rap & Wirtschaftspolitik. Zur popkulturellen Aushandlung ökonomischer Lebensrealitäten junger Menschen“. Unser Institut kooperiert zu diesem Zweck mit der Bertelsmann Stiftung, wobei wir ab Oktober 2026 deutschsprachigen Rap unter digitalen und analogen Vorzeichen untersuchen und dabei Produkt- und Rezeptionsanalyse verschränken. Basierend auf der (Audiovisuellen) Grounded Theory Methodologie untersuchen wir Musikvideos, Rap-Dokumentationen (wie „Babo“) und führen Interviews mit Rapfans.

"Rap & Wirtschaftspolitik. Zur popkulturellen Aushandlung ökonomischer Lebensrealitäten junger Menschen." Ein Projekt des Berliner Instituts für Popkultur- und Rap-Forschung (BIPR) in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung.

Förderzeitraum: 01.10.2026 - 31.03.2027

Mehr Infos siehe hier

Neuer Sammelband "Der Körper im HipHop"

Welche Rolle spielt der Körper im HipHop? Wie wird er in den unterschiedlichen Disziplinen der Kultur eingesetzt? Welches emanzipatorische, aber auch ausschließende Potenzial kommt dem Körper zu, etwa im Hinblick auf race oder gender? Diese und andere Fragen stehen im Zentrum der interdisziplinären Beiträge aus den Musik- und Tanzwissenschaften, Animal Studies, der Sozialpädagogik oder auch Bildungsforschung...

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Erstmalig wird dadurch eine Debatte angeregt, die in der deutschsprachigen HipHop-Forschung bislang wenig geführt wird. Prominente Stimmen aus den internationalen HipHop Studies bereichern den Band zusätzlich um wichtige Impulse. Der Sammelband erschien am 24. September 2026 in der Reihe "HipHop Studies" bei Beltz Juventa und ist hier erhältlich.

Zum Radio-Feature bei WDR Cosmo geht es hier. Einen Beitrag in der Sendung "Corso" beim Deutschlandfunk findet sich hier.

 

Neue Reihe "Popkultur" bei Beltz Juventa

Lange als oberflächlich und banal gebrandmarkt, hat sich das breite Feld der Popkultur in Deutschland innerhalb der letzten Jahre als ernstzunehmender Forschungsgegenstand
etabliert – und das zu Recht, denn die Popkultur gehört zu den zentralen sozialen Machtfeldern unserer Gegenwartsgesellschaft. Wer verstehen will, wie die Menschen »ticken«, wie sie fühlen und was ihr alltägliches Handeln anleitet, der oder die sollte sich mit zeitgenössischer Popkultur beschäftigen. Dem Verstehen von sowohl populären Produkten als auch ihren Rezeptionsweisen durch uns Konsument*innen widmet sich die Reihe »Popkultur«...

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Dabei soll die gesamte Bandbreite popkultureller Phänomene in den Blick genommen werden, darunter Musik, Filme, Serien, Graphic Novels, Graffiti, Kleidungsstile oder Memes auf Social Media. Als interdisziplinäres Forschungsfeld sind dabei Beiträge aus allen Wissenschaftsdisziplinen willkommen, wobei die analytische Auseinandersetzung aus sowohl theoretischen, methodologischen als auch empirischen Blickwinkeln erfolgen kann.

Die Reihenherausgeberin Prof. Dr. phil. Heidi Süß hat im Graduiertenkolleg »Gender & Bildung« an der Universität Hildesheim über Männlichkeiten im Rap promoviert. Es folgten Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem DFG-Projekt an der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie der Mediensoziologie der Universität Trier. Heidi Süß ist Herausgeberin zweier Sammelbände zu Rap, Autorin der Studie »Rap & Rassismus« und Gründerin des Berliner Instituts für Popkultur- und Rap-Forschung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören vor allem HipHop Studies, Geschlechter- und Männlichkeitstheorien sowie der Themenkomplex Popkultur und soziale Ungleichheit. Heidi Süß ist Professorin für Soziale Arbeit an der International University of Applied Sciences in Braunschweig.

Manuskripte bitte an: kontakt@heidisuess.de

Termine

6.Nov.

Deutschrap, Männlichkeit und neue Perspektiven

Vortrag von Heidi Süß im Rahmen der Orange Days

Ort: Jugendzentrum, Weiden i.d.Opf.

19.Nov.

Videos, Kommentare & Gesellschaftsdiskurse: Die Audiovisuelle Grounded Theory Methodologie als Methode zur Analyse von Gesellschaftsthemen in digitalen Popkulturen

Vortrag von Marc Dietrich in „Qualitative Methodengespräche“ (Lehr- und Forschungsbereich „Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung“, Prof. Hella von Unger)

Ort: LMU München